Der Preis eines Herstellers erreicht die meisten Marken als eine einzige Zahl, ohne Einblick in das, was darin steckt. Tatsächlich ist der Preis die Summe mehrerer Posten, und jeder dieser Posten bewegt sich mit Ihren Entscheidungen. Wer den Inhalt kennt, weiß auch, wo sich sparen lässt.
Welcher Posten ist in der Bekleidungsproduktion der größte? Bei den meisten Produkten ist es der Stoff. Ein erheblicher Teil der Kosten eines T-Shirts entfällt auf das Material selbst — deshalb beeinflusst die Stoffwahl den Preis stärker als jede andere Einzelentscheidung. Danach folgen Konfektionslohn und Druck.
Die einzelnen Kostenposten
Die Kosten eines Kleidungsstücks gliedern sich grob in folgende Positionen. Ihre Gewichtung variiert je Produkt, die Reihenfolge ist meist ähnlich.
Warum Sie für dasselbe Produkt unterschiedliche Preise erhalten
Drei verschiedene Preise von drei Herstellern bedeuten nicht, dass einer teuer ist. Häufiger kalkulieren sie schlicht nicht dasselbe.
Bevor Sie vergleichen, stellen Sie sicher, dass Folgendes identisch ist: Stoffart und Grammatur, Druckverfahren und Farbanzahl, Qualität von Etiketten und Zutaten, Verpackungsform, Lieferort (ab Werk oder frei Haus) sowie die Frage, ob die Musterkosten enthalten sind.
Ein Preisvergleich vor dieser Angleichung führt in die Irre. Zwei Stoffe unterschiedlicher Grammatur sind ohnehin nicht dasselbe Produkt.
Warum die Menge so stark wirkt
Rüstkosten — Schnitterstellung, Muster, Siebe, Maschineneinstellung — fallen unabhängig von der Stückzahl einmal an. Weil dieser Fixkostenblock durch die Menge geteilt wird, wirkt er unmittelbar auf den Stückpreis.
Dasselbe Produkt unterscheidet sich zwischen 100 und 2.000 Stück deutlich im Stückpreis, obwohl sich am Kleidungsstück nichts geändert hat. Das ist keine "teure" Kleinserie, sondern ein Fixkostenblock auf weniger Teile verteilt. Ausführlich behandeln wir das auf der Seite Kleinserien-Produktion.
Realistische Wege zur Kostensenkung
Es gibt Möglichkeiten, das Budget zu steuern, ohne bei der Qualität nachzugeben:
Wo nicht gespart werden sollte
Manche Einsparungen zahlen sich kurzfristig aus und kosten später.
Verzichten Sie nicht auf das Muster. Ein im Muster gefundener Fehler kostet ein Teil; derselbe Fehler in der Serie kostet die ganze Partie.
Senken Sie die Grammatur nicht unter das, was das Produkt braucht. Dünner Stoff wird bei hellen Farben transparent und treibt die Retourenquote hoch.
Behandeln Sie Etiketten und Verpackung nicht als Nebensache. Sie sind der erste physische Kontakt der Kundschaft mit dem Produkt und prägen die Wahrnehmung Ihrer Marke.
Häufige Fragen
Warum können Sie mir am Telefon keinen Preis nennen?
Weil der Preis gemeinsam von Stoffart und Grammatur, Modellkomplexität, Druckverfahren, Zutaten und Menge bestimmt wird. Eine Zahl ohne diese Angaben ist entweder unrealistisch oder ändert sich später. Sobald uns die Produktdaten vorliegen, geben wir ein klares und verbindliches Angebot.
Wäre es günstiger, wenn ich den Stoff selbst beistelle?
Mal ja, mal nein. Sie können eigenen Stoff beistellen; Eignung, Breite, Einlaufverhalten und Bedruckbarkeit liegen dann jedoch außerhalb unseres Einflusses — und damit auch die Verantwortung für daraus entstehende Probleme.
Sind die Musterkosten im Auftragspreis enthalten?
Das Muster wird gesondert berechnet; kommt der Auftrag zustande, rechnen wir die Musterkosten auf die Gesamtsumme an.
Wie lange ist ein Angebot gültig?
Für den im Angebot genannten Zeitraum. Da sich Stoffpreise und Wechselkurse bewegen, werden abgelaufene Angebote neu erstellt.
