Ein Techpack ist die Fertigungsanweisung für Ihr Produkt. Ein gutes Techpack bringt das Kleidungsstück im Kopf des Herstellers und das in Ihrem Kopf zur Deckung. Ist es lückenhaft, füllt der Hersteller die Lücken mit eigenen Annahmen — und das Muster, das ankommt, ist nicht das, das Sie sich vorgestellt haben.
Geht Produktion auch ohne Techpack? Ja, aber der Ablauf dauert länger und braucht mehr Korrekturschleifen. Ohne Techpack arbeitet der Hersteller mit Referenzteil, Bildern und mündlicher Beschreibung, was Auslegungsspielraum lässt. Bringen Sie keines mit, ist es am sinnvollsten, es im Verlauf gemeinsam zu erstellen.
Was in ein Techpack gehört
Ein professionelles Techpack deckt die folgenden Punkte ab. Sie brauchen nicht alle — je mehr vorhanden ist, desto schneller läuft der Prozess.
Die Maßtabelle ist der kritische Teil
Der am häufigsten übersprungene und zugleich entscheidendste Abschnitt ist die Maßtabelle. "Größe M" allein sagt nichts aus; das M jeder Marke ist ein anderes.
Maße gehören von Punkt zu Punkt angegeben: Brustweite, Länge, Schulterbreite, Ärmellänge, Ärmelsaum, Halsweite, Saumweite. Schreiben Sie zu jedem Maß eine Toleranz (etwa ±1 cm) — Nulltoleranz gibt es in der Textilfertigung nicht, und ohne angegebene Toleranz bleibt strittig, was als akzeptabel gilt.
Wenn Sie ein Teil besitzen, das Ihnen gefällt, ist das der praktischste Weg: messen Sie es in die Tabelle ein oder schicken Sie es direkt als Referenz.
Wie Farbe anzugeben ist
Bei Farbe ist der Abstand zwischen dem, was Sie am Bildschirm sehen, und dem, was aus der Färberei kommt, am größten. Jeder Bildschirm stellt Farbe anders dar, und ein Wort wie "Marine" umfasst Dutzende Töne.
Geben Sie nach Möglichkeit einen Pantone-TCX-Code an (die Textilreihe). Haben Sie keine Pantone-Referenz, schicken Sie ein physisches Farbmuster — ein Stoffstück, ein Garn, auch ein Kleidungsstück, das Ihnen gefällt. Eine physische Referenz schlägt jede verbale Beschreibung.
Auch die Farbfreigabe sollte in der Musterphase physisch erfolgen; geben Sie Farbe nie über einen Screenshot frei.
Druckdateien richtig übermitteln
Druckdateien sind eine häufige Verzögerungsquelle. Drei Punkte sind wichtig:
Vektor bevorzugen. Dateien in AI, EPS oder PDF skalieren verlustfrei auf jede Größe. JPG und PNG verlieren beim Vergrößern an Qualität.
Muss es eine Pixeldatei sein, dann hochauflösend. Mindestens 300 dpi in der realen Druckgröße.
Position und Größe angeben. Etwa "Brustmitte, 8 cm unterhalb des Halsausschnitts, 25 cm breit". Die Datei allein genügt nicht; wo und wie groß gedruckt wird, muss schriftlich festgehalten sein.
Was tun, wenn Sie kein Techpack haben
Die meisten Marken kommen ohne Techpack zu ihrer ersten Produktion, und das ist kein Problem. Eines der folgenden reicht als Ausgangspunkt:
Häufige Fragen
Erstellen Sie das Techpack?
Ja, dabei unterstützen wir. Ausgehend von Referenzteil, Bildern oder Skizzen erarbeiten wir Maßtabelle und technische Details gemeinsam mit Ihnen. Das Techpack schärft sich im Verlauf und erhält mit der Musterfreigabe seine endgültige Form.
Muss ich ein Referenzteil schicken?
Nicht zwingend, aber es ist der schnellste Weg. Ein physisches Teil vermittelt Griff des Stoffes, Sitz des Schnitts und Nahtdetails so klar, wie es keine Beschreibung kann.
In welcher Einheit soll ich Maße angeben?
Zentimeter sind der übliche Standard und verursachen die wenigsten Missverständnisse. Verwenden Sie Zoll, vermerken Sie das ausdrücklich in der Tabelle — Einheitenverwechslungen führen in der Produktion zu ernsten Fehlern.
Muss im Techpack alles endgültig sein?
Nein. Offene Punkte klären wir in der Musterphase. Wichtig ist, dass das Sichere korrekt festgehalten ist und das Unsichere als unsicher erkannt wird.
