Ob ein T-Shirt funktioniert, entscheidet zu großen Teilen der Stoff. Zwei Shirts aus demselben Schnitt, derselben Verarbeitung und demselben Druck werden zu völlig unterschiedlichen Produkten, wenn der Stoff ein anderer ist. Dieser Beitrag erklärt die Stoffarten, was die Grammatur wirklich aussagt und was für welches Produkt sinnvoll ist.
Welcher Stoff wird für T-Shirts am häufigsten verwendet? Der häufigste T-Shirt-Stoff ist Single Jersey, eine einlagige Maschenware. Baumwoll-Single-Jersey mit 150-180 g/m² ist der Standard für Alltags-T-Shirts. Wird ein schwererer, festerer Griff gewünscht, kommen gekämmte Baumwolle oder French Terry zum Einsatz.
Was die Grammatur bedeutet
Die Grammatur ist das Gewicht des Stoffes pro Quadratmeter, angegeben in g/m². Sie misst nicht unmittelbar die Qualität, sondern Dicke und Gewicht des Materials. Mehr ist nicht automatisch besser: Mit 240 g/m² wird ein Sommer-T-Shirt schwer und warm.
In der Praxis richtet sich die Grammatur nach dem Verwendungszweck:
Arten von Maschenware
Single Jersey: einlagig, leicht, elastisch. Der klassische T-Shirt-Stoff. Günstig und breit verfügbar, deshalb auch bei kleinen Mengen leicht zu beschaffen.
Gekämmte Baumwolle: keine Stoffart, sondern eine Garnbehandlung. Kurze Fasern werden ausgekämmt, das Ergebnis ist eine glattere, weichere Oberfläche, die weniger pillt. "Shirt aus gekämmter Baumwolle" meint meist Single Jersey aus gekämmtem Garn.
Rippe: quer elastische Rippstruktur. Wird für Kragen, Bündchen und Säume verwendet, gelegentlich auch für ganze Teile.
French Terry: beidseitig glatt, mittleres Gewicht. Der Stoff für Übergangs-Sweatshirts und schwere T-Shirts.
Angerauter Fleece: innen aufgeraut, dick und warm. Für Winter-Hoodies und -Sweatshirts.
Baumwolle, Polyester und Mischungen
100 % Baumwolle ist atmungsaktiv, angenehm auf der Haut und nimmt Druck gut an. Dafür läuft sie in den ersten Wäschen ein und knittert leicht.
100 % Polyester läuft nicht ein, knittert nicht und erlaubt Sublimationsdruck — im Sportbereich ist das der Standard. Bei der Atmungsaktivität liegt es hinter Baumwolle.
Baumwoll-Polyester-Mischungen (50/50, 65/35) liegen dazwischen: der Griff der Baumwolle mit der Formstabilität des Polyesters. Verbreitet bei Werbe- und Firmenbekleidung.
Elasthan wird meist mit 3-5 % zugesetzt und verleiht Dehnbarkeit. Bei körpernahen Schnitten ist es praktisch unverzichtbar.
Das Druckverfahren beeinflusst die Stoffwahl
Stoff und Druckverfahren müssen zusammen entschieden werden, weil sie sich gegenseitig einschränken.
Sublimation funktioniert nur auf Polyester und polyesterreichen Stoffen — auf Baumwolle hält die Farbe nicht. Beim Direktdruck (DTG) ist es umgekehrt: Er liefert auf Baumwolle die besten Ergebnisse. Siebdruck funktioniert auf beiden und hat bei höheren Mengen den niedrigsten Stückpreis.
"Ich möchte diesen Stoff" und "ich möchte diesen Druck" passen also nicht immer zusammen. Diesen Widerspruch benennen wir im Angebot und nicht erst nach der Produktion.
Fragen, die die Entscheidung erleichtern
Einige praktische Fragen grenzen die Auswahl schnell ein:
Was Sie am Muster prüfen sollten
Treffen Sie die Stoffentscheidung nicht anhand eines Fotos am Bildschirm. Wenn das Muster vorliegt, prüfen Sie die Transparenz im Gegenlicht, die Rückstellung beim Dehnen von Hand, den Sitz der Nähte und — wenn möglich — die Maßveränderung nach einer Wäsche.
Diese Prüfungen dauern wenige Minuten und verhindern einen Fehler, der in der Serie ein Vielfaches kostet. Genau dafür ist die Musterphase da.
Häufige Fragen
Worin unterscheiden sich gekämmte Baumwolle und Single Jersey?
Single Jersey ist eine Maschenstruktur, gekämmte Baumwolle beschreibt die Garnbehandlung. Beim Kämmen werden kurze Fasern entfernt, die Oberfläche wird glatter, weicher und pillt weniger. Ein Shirt aus gekämmter Baumwolle ist meist Single Jersey aus gekämmtem Garn.
Welche Grammatur ist für ein T-Shirt ideal?
Es gibt keine einzelne ideale Grammatur, sie hängt vom Einsatz ab. Für Alltags-T-Shirts liegt der häufigste Bereich bei 150-180 g/m². Leichte Sommermodelle liegen bei 120-150, hochwertige schwere Shirts bei 180-220 g/m².
Laufen Baumwollshirts ein?
Teile aus 100 % Baumwolle laufen in den ersten Wäschen etwas ein. Vorwäsche und Sanforisieren des Stoffes verringern das, und die Zugabe wird im Schnitt berücksichtigt. Deshalb ist ein Waschtest am Muster wichtig.
Muss ich den Stoff selbst beschaffen?
Nein. Die Stoffbeschaffung übernehmen wir und legen Ihnen Alternativen samt Grammatur vor, abgestimmt auf den Zweck Ihres Produkts und Ihre Zielpreislage. Möchten Sie eigenen Stoff beistellen, ist auch das möglich.
