Die Wahl des Druckverfahrens ist keine reine Geschmacksfrage, sondern eine Rechnung aus Stoff, Menge, Farbanzahl des Motivs und Budget. Die falsche Wahl treibt entweder die Kosten unnötig hoch oder führt dazu, dass der Druck nach wenigen Wäschen verschwindet. Dieser Beitrag stellt die drei Hauptverfahren nebeneinander.
Welches Druckverfahren eignet sich für kleine Mengen? Bei kleinen Mengen liegen Digitaldruck (DTG) und Sublimation vorn, weil sie keine Siebe erfordern und die Rüstkosten damit nahezu null sind. Siebdruck benötigt je Farbe ein eigenes Sieb und wird erst mit steigender Menge wirtschaftlich.
Die drei Verfahren im Vergleich
Die folgende Tabelle fasst zusammen, wo sich die drei Verfahren in der Praxis unterscheiden.
| Eigenschaft | Digitaldruck | Siebdruck | Sublimation |
|---|---|---|---|
| Geeigneter Stoff | Baumwollreich | Baumwolle und Polyester | Nur Polyester |
| Farbgrenze | Unbegrenzt, fotografisch | Ein Sieb je Farbe | Unbegrenzt, fotografisch |
| Rüstkosten | Vernachlässigbar | Siebkosten je Farbe | Gering |
| Kleine Mengen | Sehr gut geeignet | Nicht geeignet | Sehr gut geeignet |
| Stückkosten bei Serie | Mittel | Am niedrigsten | Niedrig |
| Griff | Nah am Stoff | Farbschicht spürbar | Gar nicht spürbar |
| Auf dunklem Stoff | Weiße Unterlage nötig | Sehr gut | Funktioniert nicht |
| Waschbeständigkeit | Gut | Sehr gut | Ausgezeichnet (färbt die Faser) |
Digitaldruck (DTG)
Beim Digitaldruck wird die Tinte direkt auf den Stoff gesprüht, ähnlich wie ein Drucker Tinte auf Papier bringt. Da keine Siebe vorbereitet werden müssen, ist selbst der Druck eines Einzelstücks möglich.
Für fotografische Motive, Verläufe und mehrfarbige Grafiken ist es das beste Verfahren. Schwachpunkt sind dunkle Stoffe: Damit die Farben lesbar werden, muss zuerst eine weiße Unterlage gedruckt werden, was Kosten und Auftragsdicke erhöht.
Siebdruck
Beim Siebdruck wird je Farbe ein eigenes Sieb angefertigt und die Farbe durch dieses Sieb auf den Stoff gebracht. Die Vorbereitung kostet Aufwand, doch sind die Siebe einmal vorhanden, laufen Tausende Drucke sehr schnell und sehr günstig.
Damit ist Siebdruck für große Auflagen farbarmer Motive das eindeutig wirtschaftlichste Verfahren. Da die Kosten mit jeder Farbe steigen, schrumpft der Vorteil bei Motiven mit mehr als vier oder fünf Farben.
Sublimation
Bei der Sublimation geht die Farbe unter Hitze in den gasförmigen Zustand über und verbindet sich mit der Polyesterfaser selbst. Der Druck bildet keine Schicht auf dem Stoff — mit der Hand ist er nicht zu ertasten.
Das Ergebnis ist außerordentlich haltbar: Es reißt nicht, blättert nicht ab und verblasst nicht. Dafür gilt eine harte Einschränkung — es funktioniert nur auf Polyester und polyesterreichen Stoffen und nur auf hellen Untergründen. Auf einem Baumwollshirt ist Sublimation nicht möglich.
Wie man entscheidet
In der Praxis klären drei Fragen die Sache:
Welcher Stoff? Bei Polyester steht Sublimation zur Wahl. Bei Baumwolle scheidet sie aus.
Welche Menge? Kleine Mengen sprechen für Digitaldruck, große für Siebdruck.
Wie viele Farben hat das Motiv? Fotografische und mehrfarbige Motive gehen in Digitaldruck oder Sublimation; zwei- bis dreifarbige Grafiken mit klaren Kanten in den Siebdruck.
Diese drei Punkte widersprechen sich mitunter — dann besprechen wir gemeinsam, wo nachgegeben wird. Wie Stoff- und Druckwahl zusammenhängen, behandelt auch unser Stoffratgeber.
Häufige Fragen
Kann auf ein dunkles T-Shirt digital gedruckt werden?
Ja, allerdings muss zuerst eine weiße Unterlage gedruckt werden, damit die Farben lesbar sind. Das erhöht Kosten und Auftragsdicke. Auf dunklen Stoffen liefert Siebdruck meist ein besseres Ergebnis zu besseren Kosten.
Funktioniert Sublimation auf Baumwolle?
Nein. Sublimationsfarbe verbindet sich chemisch mit Polyesterfasern; Baumwolle bietet keinen Halt, und der Druck verschwindet weitgehend bei der ersten Wäsche. Für Baumwolle kommen Digital- oder Siebdruck infrage.
Welches Verfahren hält am längsten?
Sublimation liefert das haltbarste Ergebnis, weil die Farbe in die Faser selbst eingeht und der Druck weder reißen noch abblättern kann. Auch Siebdruck zeigt bei korrekter Ausführung sehr hohe Waschbeständigkeit.
Lassen sich zwei Verfahren an einem Produkt kombinieren?
In manchen Fällen ja — etwa Siebdruck auf dem Korpus und ein anderes Verfahren auf einem Etikett oder kleinen Detail. Das hängt von Produkt und Motiv ab; im Angebot sagen wir, ob es umsetzbar ist.
